• Hostorie der Stadtwerke Winsen (Luhe)
  • Das Windparkprojekt Scharmbeck/Roydorf

STADTWERKE WINSEN (LUHE)
Windpark

Windparkprojekt Scharmbeck/Roydorf

Allgemeine Informationen

Der Standort

Zur Erzeugung von klimafreundlichem Strom hat die Windpark Winsen (Luhe) GmbH & Co. KG (WWG), eine Gesellschaft der kommunalen Energieversorger Stadtwerke Winsen (Luhe) und HAMBURG ENERGIE, auf den Gemarkungen Scharmbeck, Pattensen und Roydorf sieben Windenergieanlagen (WEA) des Typs Nordex N131/3300 errichtet. Das Planungsgebiet zur Errichtung der WEA wurde im Februar 2017 mit der 41. Änderung des Flächennutzungsplans der Stadt Winsen (Luhe) rechtskräftig als Sonder- gebiet Windenergie/Landwirtschaft ausgewiesen. Bis Ende des Jahres entstand daraufhin einer der größten kommunalen Versorger-Windparks Deutschlands: Bei einer Gesamtnennleistung von circa 23,1 Megawatt sind die WEA darauf ausgelegt, jährlich knapp 56 Millionen Kilowattstunden Strom zu erzeugen. Das entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch von mehr als 16.000 Haushalten und dem Strombedarf von der Hälfte aller Stadtwerke-Kunden im Stadtgebiet Winsen (Luhe) und der Metropolregion Hamburg.

Der Standort der Anlagen befinden sich circa 3,5 km südwestlich der Kreisstadt Winsen (Luhe) zwischen den Ortschaften Scharmbeck im Westen, Roydorf und Luhdorf im Osten und Pattensen im Südwesten. Im Norden der Windparkfläche liegt die in Ost-West-Richtung verlaufende A39. Direkt nordöstlich der neu errichteten WEA befinden sich drei Bestandsanlagen des Typs Enercon E53 mit 73 m Nabenhöhe. Die im Plangebiet gelegenen Flächen sind unbebaut und werden derzeit überwiegend landwirtschaftlich als Ackerfläche und Grünland genutzt. Im südöstlichen Bereich befinden sich Waldflächen. Die nächstgelegene Wohnbebauung liegt in den dem Windpark zugewandten Ausläufern der genannten Ortschaften. Alle Abstände zur Wohnbebauung entsprechen den verbindlichen Empfehlungen der niedersächsischen Landesregierung, also dem Zwei- bis Dreifachen der Gesamthöhe einer Anlage.

Das Plangebiet nach B-Plan (Stadt Winsen (Luhe))

Das im Bebauungsplan Scharmbeck Nr. 4 beschlossene Plangebiet hat eine Größe von insgesamt 80,2 ha und umfasst den eigentlichen Standort der geplanten Windkraftanlagen, baurechtlich erforderliche Abstandsflächen sowie die für die Zuwegung und für die Kabeltrasse erforderlichen Bereiche.

Das Plangebiet nach Bebauungsplan Scharmbeck Nr. 4 (Stadt Winsen (Luhe), 2016)

Abbildung: Das Plangebiet nach Bebauungsplan Scharmbeck Nr. 4 (Stadt Winsen (Luhe), 2016)

Standortqualität

Die ausgewiesenen Flächen sind laut Windatlas des Deutschen Wetterdienstes ein geeigneter Standort für die Errichtung und den Betrieb von WEA. Im Vorfeld des BImSchG-Antrages wurden zudem mehrere standortspezifische Windgutachten in Auftrag gegeben, die die sogenannte Windhöffigkeit des Gebiets bestätigt haben.

Erschließung

Die verkehrliche Erschließung der Standortflächen im Frühjahr 2017 konnte über die vorhandenen öffentlichen Straßen erfolgen. Für die Schwertransporte war der Windpark von der circa 1,5 km nordwestlich gelegenen Autobahnabfahrt Winsen-West (A 39) über die K 8 (Scharmbecker Dorfstraße) Richtung Süden bis zur Abzweigung Scharmbecker Dorfstraße/Osterkamp und von dort Richtung Südost bis zur Kreuzung Osterkamp/Bruchweg (landwirtschaftlicher Weg) zugänglich. Innerhalb des Windparkgebiets wurden die befahrenen Wege und Straßen im Rahmen der Bauarbeiten vor allem in den Kurven ausgebaut und bis zu den geplanten Standorten der einzelnen Anlagen verlängert. Auf den jeweils anliegenden landwirtschaftlichen Flächen wurden konnten darüber hinaus Kranaufstellplätze sowie Abstellflächen für die angelieferten Turmteile eingerichtet werden.

Die Sicherung der beanspruchten Wege und Straßen erfolgte im Vorfeld der Errichtungsmaßnahmen durch die Zusammenarbeit mit der Stadt Winsen (Luhe). Die Standorte der einzelnen WEA sowie die Kranaufstell- und Abstellflächen wurden durch den Abschluss von Flächennutzungsverträgen mit den Privateigentümern der betroffenen Grundstücke gesichert.

Um nach Fertigstellung der geplanten Anlagen den aus der Windenergie gewonnenen Strom an den Abnehmer weiterleiten zu können, war außerdem eine Anbindung des Windparks an das Stromnetz erforderlich. Diese Anbindung erfolgt über das 5 km westlich gelegene Umspannwerk der EWE Netz GmbH und wurde durch die Verlegung zweier Kabeltrassen (20 kV-Kabel) realisiert: Die eine Trasse liegt innerhalb des Plangebiets und verbindet die sieben WEA miteinander. An der Schnittstelle WEA S5 geht diese intern gelegene Kabeltrasse in eine externe Trasse (ebenfalls 20 kV-Kabel) über. Die externe Kabeltrasse wiederum verläuft von der WEA S5 bis zum Umspannwerk an der Osttangente (Nähe Lüneburger Straße) entlang der Zuwegung und später teils entlang der Bahnschienen der Osthannoverschen Eisenbahnen AG.

Trotz widriger Wetterverhältnisse konnten die gesamten Bau- und Errichtungsmaßnahmen zeitplangerecht im November 2017 fertiggestellt werden. Die Inbetriebnahme der sieben Anlagen ist offiziell am 15. Dezember 2017 erfolgt.

Rahmentermine

Die Genehmigungen nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) wurden vom Landkreis Harburg am 14.12.2016 erteilt.

Die Rahmentermine des Projektrealisierungsprozesses lauteten:

  • Erschließungsarbeiten (Erd- und Straßenbau)
    20. März 2017 bis Ende August 2017
  • Fundamentbauarbeiten WEA (Bewehrung, Betonbau)
    Ende Mai bis August 2017
  • Errichtung WEA (Stahlbetontürme)
    Juli bis Oktober 2017
  • Errichtung WEA (Gondeln & Rotorblätter)
    Oktober bis November 2017
  • Inbetriebnahme WEA
    November 2017 bis Dezember 2017

Am 15. Dezember 2017 sind alle WEA offiziell in Betrieb gegangen. Die feierliche Eröffnung des Windparks ist am 16. und 17. Februar 2018 erfolgt.

Fotos

Bild 1: Fundamentbauarbeiten am Standort WEA S6 (07.07.2017).

Bild 1: Fundamentbauarbeiten am Standort WEA S6 (07.07.2017).

Bild 2: Fertiges Fundament am Standort WEA S5 (14.07.2017).

Bild 2: Fertiges Fundament am Standort WEA S5 (14.07.2017).

Bild 3: Erster Turmring am Standort WEA S5 (03.08.2017).

Bild 3: Erster Turmring am Standort WEA S5 (03.08.2017).

Bild 4: Turmerrichtung am Standort WEA S3 (23.08.2017).

Bild 4: Turmerrichtung am Standort WEA S3 (23.08.2017).

Bild 5: Montage der Rotorblätter am Standort WEA S7 (18.10.2017).

Bild 5: Montage der Rotorblätter am Standort WEA S7 (18.10.2017).

Bild 6: Luftansicht Standort WEA S3 (18.10.2017).

Bild 6: Luftansicht Standort WEA S3 (18.10.2017).

Zusammenfassung

Windkraftanlagen im Windpark Scharmbeck

  • 7 Windkraftanlagen des Typs Nordex N131/3300
  • alle notwendigen Grundstücke wurden gesichert (Standorte/Zuwegung/Netzanschluß)
  • das Plangebiet ist als Sondergebiet Windenergie/Landwirtschaft im rechtskräftigen Flächennutzungsplan der Stadt Winsen (Luhe) ausgewiesen
  • Windmessungen und Projektierungsarbeiten sind abgeschlossen
  • BImSchG-Genehmigung wurde erteilt
  • die Bauarbeiten sind beendet
  • die offizielle Inbetriebnahme erfolgte am 15. Dezember 2017

Gebietseigenschaften

  • vorwiegend landwirtschaftlich genutzte Flächen
  • nach dem Windatlas des Deutschen Wetterdienstes ein geeigneter Standort, standortspezifische Gutachten haben die Windhöffigkeit des Gebiets bestätigt
  • einfache Zuwegung, da gut ausgebautes Wegenetz
  • Einhaltung der von der niedersächsischen Landesregierung vorgegebenen Abstände zu Siedlungen
  • Die Umsetzung von Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen für Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft erfolgt nach den Maßgaben des Bebauungsplans Scharmbeck Nr. 4 und des BImSchG-Zulassungsbescheids durch den Vorhabenträger
DIE ENERGIE DER REGION
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